Offenstallhaltung in NRW: Warum Pferdebetriebe jetzt genauer hinschauen sollten

Für Betreiber von Offenställen, Pferdepensionen, Ausbildungsställen und größeren Pferdebetrieben wird die rechtliche und praktische Einordnung der Pferdehaltung in NRW spürbar wichtiger. Hintergrund ist vor allem die zunehmende Bedeutung der Erlaubnispflicht nach § 11 Tierschutzgesetz und eine strengere behördliche Betrachtung gewerbsmäßiger oder betrieblich organisierter Pferdehaltungen. § 11 Tierschutzgesetz erfasst bestimmte Tätigkeiten mit Tieren, die nur mit behördlicher Erlaubnis ausgeübt werden dürfen; dazu gehören unter anderem erlaubnispflichtige Tierhaltungen und Reit- oder Fahrbetriebe. Die zuständige Behörde ist in der Regel das Veterinäramt. (LAVE NRW)

Damit rücken auch Pferdebetriebe stärker in den Fokus, die sich bisher eher als landwirtschaftlich, privat oder „nur“ pensionsartig verstanden haben. Entscheidend ist nicht allein, wie ein Betrieb sich selbst bezeichnet, sondern wie er tatsächlich organisiert ist: Werden Pferde gegen Entgelt gehalten? Werden Dienstleistungen rund um Ausbildung, Aufzucht, Pension, Beritt, Unterricht oder Nutzung angeboten? Wie viele Tiere stehen auf dem Betrieb? Welche Verantwortung trägt der Betreiber im Alltag? Und verfügt der Betrieb über die baulichen, organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen für eine tierschutzgerechte Haltung?

Für Offenstallbetriebe ist diese Entwicklung besonders relevant. Die Offenstallhaltung ist anspruchsvoll, weil sie nicht nur aus Stall, Paddock und Weide besteht, sondern aus einem funktionierenden Gesamtsystem. Liegebereich, Fressplätze, Laufwege, Tränken, Witterungsschutz, Zaunanlagen, Bodenbefestigung, Gruppenzusammensetzung und tägliche Kontrolle müssen so ineinandergreifen, dass jedes Pferd der Gruppe tatsächlich versorgt ist. Gerade bei größeren Gruppen, älteren Pferden, Jungpferden oder wechselnden Pensionsbeständen entscheidet das Management darüber, ob die Haltung im Alltag tierschutzgerecht funktioniert.

Rechtlicher Ausgangspunkt: § 2 Tierschutzgesetz gilt immer

Unabhängig von einer möglichen §-11-Erlaubnispflicht gilt für jede Pferdehaltung § 2 Tierschutzgesetz. Danach muss ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. Außerdem darf die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung nicht so eingeschränkt werden, dass dem Tier Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden entstehen. Der Tierhalter muss zudem über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. (Gesetze im Internet)

Für Pferdehaltungen sind die Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten eine zentrale fachliche Orientierung. Sie sind keine Rechtsnormen, werden aber von Behörden und Gerichten als Auslegungs- und Beurteilungshilfe herangezogen. Das bedeutet: Wer einen Offenstall betreibt, sollte die dort genannten Anforderungen nicht als unverbindliche Empfehlung abtun, sondern als Maßstab dafür verstehen, wie die allgemeine Pflicht aus § 2 Tierschutzgesetz praktisch ausgelegt werden kann. (BMEL)

Bauliche Anforderungen: Was Offenställe leisten müssen

Die baulichen Anforderungen an Offenställe beginnen bei einer einfachen Frage: Kann jedes Pferd jederzeit fressen, trinken, ruhen, ausweichen und Schutz suchen, ohne dauerhaft von ranghöheren Tieren verdrängt zu werden? Entscheidend ist nicht nur die rechnerische Fläche, sondern die tatsächlich nutzbare Fläche.

Bei Einzelboxen wird häufig mit der Formel (2 × Widerristhöhe)² gerechnet. Bei einem Pferd mit 1,70 m Widerristhöhe ergibt das rund 11,6 m². Für Stuten mit Fohlen wird ein größerer Flächenbedarf angesetzt. Diese Werte sind auch für Offenstallbetreiber wichtig, weil sie verdeutlichen, dass Liegen, Aufstehen, Wenden und Ruhen ausreichend Raum brauchen. Für Gruppenhaltungen kommt hinzu, dass Fläche nicht nur vorhanden, sondern sozial nutzbar sein muss. (AELF Abensberg-Landshut)

Besonders häufig problematisch ist die Vermischung von Liege-, Fress- und Verkehrsflächen. In Offenställen muss die Fressbereichsfläche zusätzlich zur Liegefläche betrachtet werden. Ein Bereich, in dem Pferde fressen, stehen, rangeln oder sich gegenseitig verdrängen, ist nicht automatisch eine vollwertige Liegefläche. Der Liegebereich muss trocken, sauber, verformbar und so bemessen sein, dass alle Pferde gleichzeitig ruhen können. Das gilt insbesondere im Winter, wenn matschige Außenflächen den Nutzungsdruck auf befestigte und überdachte Bereiche erhöhen.

Auch die Höhe und Ausführung von Stallgebäuden spielt eine Rolle. Für Altbauten wird häufig eine Mindesthöhe von etwa 1,5 × Widerristhöhe herangezogen, bei Neubauten und Gruppenhaltungen sind großzügigere Lösungen fachlich sinnvoll. Entscheidend sind neben der reinen Höhe auch Luftqualität, Staubbelastung, Luftaustausch und Ammoniakvermeidung. Ein niedriger, schlecht belüfteter Unterstand kann selbst dann problematisch sein, wenn er formal als Witterungsschutz vorhanden ist.

Zugänge, Engstellen und Gruppendynamik

Ein zentraler Punkt in der Offenstallhaltung sind Zugänge. In Gruppenhaltungen sollten Liegebereiche, Fressbereiche und Ausläufe nicht nur über eine einzige Engstelle erreichbar sein. Gibt es nur einen Zugang, können ranghohe Pferde diesen blockieren. Rangniedrige Tiere, ältere Pferde oder neu integrierte Pferde kommen dann unter Umständen nicht zuverlässig an Futter, Wasser oder trockene Liegeflächen.

Durchgänge sollten so geplant werden, dass Pferde gefahrlos passieren können. Problematisch sind halbbreite Engstellen, in denen zwei Pferde sich nicht sicher begegnen können, ein einzelnes Pferd aber auch nicht klar geschützt geführt wird. In der Praxis haben sich entweder klar schmale Durchgänge für ein Pferd oder sehr breite Öffnungen bewährt, durch die zwei Pferde bequem ausweichen können. Sackgassen, spitze Winkel, schlecht einsehbare Ecken und rutschige Übergänge erhöhen das Verletzungsrisiko.

Für Betreiber bedeutet das: Ein Offenstall sollte regelmäßig aus Sicht der Pferde beobachtet werden. Wer blockiert welche Zugänge? Welche Pferde meiden bestimmte Bereiche? Welche Tiere fressen abseits oder verlieren Gewicht? Welche Liegeflächen werden tatsächlich genutzt? Gerade in Pensionsbetrieben mit wechselnden Gruppen kann eine ursprünglich gut geplante Anlage durch neue Herdenstrukturen plötzlich nicht mehr funktionieren.

Auslauf: Quadratmeter allein reichen nicht

Pferde benötigen täglich mehrstündige freie Bewegung. Kontrollierte Bewegung durch Reiten, Longieren, Führanlage oder Laufband kann freie Bewegung nicht vollständig ersetzen. Für Ausläufe werden häufig mindestens 150 m² für bis zu zwei Pferde und zusätzlich 40 m² für jedes weitere Pferd genannt. Diese Werte sind Mindestorientierungen; für einen dauerhaft genutzten Offenstall sind sie oft eher Untergrenze als Komfortmaß. (AELF Abensberg-Landshut)

Wichtig ist die Nutzbarkeit der Fläche. Ein Auslauf sollte so gestaltet sein, dass Pferde sich tatsächlich bewegen können. Rechteckige oder längliche Flächen fördern Bewegung oft besser als kleine, verwinkelte Bereiche. Der Boden muss trittsicher, drainiert und in stark frequentierten Bereichen befestigt sein. Paddockboxen oder kleine befestigte Vorplätze ersetzen keinen echten Auslauf, wenn dort keine freie Bewegung möglich ist.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Hauptverkehrswege, Tränken, Fressplätze, Eingänge zu Unterständen und Tore. Genau dort entstehen in der Praxis die meisten Matsch- und Belastungszonen. Morastige Flächen sind nicht nur unschön, sondern tierschutzrelevant: Dauerhafte Nässe und Verschmutzung begünstigen Strahlfäule, Mauke, Hautentzündungen, Hufprobleme und beeinträchtigen das Ruheverhalten.

Liegeflächen: trocken, sauber, verformbar

Ecoraster S50

Der Liegebereich ist einer der wichtigsten Prüfsteine guter Offenstallhaltung. Pferde müssen sich sicher ablegen und wieder aufstehen können. Die Fläche muss trocken, sauber und verformbar sein. Reine Gummimatten ohne ausreichende Einstreu sind in der Regel keine vollwertige Lösung. Sie binden keine Feuchtigkeit, können bei Nässe unhygienisch werden und fördern je nach Ausführung einen unangenehmen „Radiergummi-Effekt“. Entscheidend ist, ob die Pferde die Fläche tatsächlich zum Liegen annehmen und ob Urin, Feuchtigkeit und Ammoniak zuverlässig gebunden beziehungsweise abgeführt werden.

Gerade in größeren Gruppen sollte der Betreiber nicht nur prüfen, ob theoretisch genug Quadratmeter vorhanden sind, sondern ob alle Pferde gleichzeitig ruhen könnten. Alte Pferde, rangniedrige Tiere und Jungpferde brauchen besondere Aufmerksamkeit. Wenn bestimmte Pferde nie liegend beobachtet werden, häufig müde wirken oder Druckstellen, Gewichtsverlust oder Stresssymptome zeigen, kann das ein Hinweis auf Defizite im Ruhebereich oder in der Gruppenstruktur sein.

Einzäunung und Verletzungsschutz

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Eichenprozessionsspinner im Offenstall: unterschätzte Gefahr für Pferde und Menschen

Die Offenstallhaltung gilt vielen Pferdehaltern als besonders artgerecht: Bewegung, Sozialkontakt, frische Luft und freie Wahl zwischen Liegefläche, Fressplatz und Außenbereich kommen dem natürlichen Verhalten des Pferdes entgegen. Gleichzeitig bedeutet diese Haltungsform aber auch, dass Pferde deutlich stärker mit Umweltfaktoren in Kontakt kommen als in einer klassischen Boxenhaltung. Dazu gehören Hitze, Nässe, Insekten – und in Regionen mit Eichenbestand zunehmend auch der Eichenprozessionsspinner.

Der Eichenprozessionsspinner, wissenschaftlich Thaumetopoea processionea, ist ein heimischer Nachtfalter. Problematisch ist nicht der Falter selbst, sondern seine Raupe. Die Larven ernähren sich von Eichenblättern und bilden ab dem dritten Larvenstadium sogenannte Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Bei Kontakt können Hautreizungen, Augenbeschwerden und Atemwegsprobleme auftreten; betroffen sind ausdrücklich nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. (Landwirtschaftskammer)

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Pferdehaltung: Die Bedeutung von artgerechter Ernährung

Die Ernährung eines Pferdes bildet das unverzichtbare Fundament für ein gesundes, langes und vitales Leben, weshalb eine artgerechte Fütterung von entscheidender Bedeutung für das Wohlbefinden des Tieres ist. Wer ein Pferd hält, übernimmt Verantwortung für ein hochsensibles Lebewesen, dessen Verdauungssystem sich über Millionen von Jahren an ganz bestimmte Nahrungsquellen angepasst hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Haustieren brauchen Pferde eine ständige Versorgung mit Raufutter, die ihrem natürlichen Fressverhalten entspricht. In freier Wildbahn verbringt ein Pferd täglich bis zu sechzehn Stunden mit der kontinuierlichen Nahrungsaufnahme, wobei dieser bedeutsame Aspekt des natürlichen Fressverhaltens bei der modernen Stallhaltung leider häufig unterschätzt oder nicht ausreichend berücksichtigt wird. Die moderne Pferdehaltung steht vor der Herausforderung, dieses evolutionär geprägte Verhalten mit den heutigen Haltungsbedingungen in Einklang zu bringen. Futtermenge, Intervalle und Qualität bestimmen das Wohlbefinden des Pferdes.

Grundlagen einer bedarfsgerechten Pferdefütterung

Raufutter als Basis jeder Fütterung

Das Verdauungssystem des Pferdes ist auf die Verarbeitung von strukturreichem Raufutter ausgelegt. Heu stellt dabei das wichtigste Futtermittel dar und sollte mindestens 1,5 Kilogramm pro 100 Kilogramm Körpergewicht täglich betragen. Eine qualitativ hochwertige Heuration versorgt das Pferd mit essentiellen Nährstoffen und sorgt gleichzeitig für eine konstante Beschäftigung. Die Struktur des Heus regt zudem die Speichelproduktion an, was für die Pufferung der Magensäure unverzichtbar ist. Viele Pferdehalter unterschätzen die Bedeutung von Fresspausen – diese sollten jedoch niemals länger als vier Stunden andauern, um Magengeschwüren vorzubeugen. Ein engmaschiges Heunetz kann dabei helfen, die Fresszeiten zu verlängern und das natürliche Fressverhalten zu simulieren. Wer sich für artgerechtes Pferdefutter interessiert, findet dort wertvolle Ergänzungsprodukte, die eine ausgewogene Versorgung unterstützen können.

Kraftfutter und Mineralien richtig dosieren

Die Zufütterung von Kraftfutter hängt stark von der individuellen Belastung des Pferdes ab. Ein Freizeitpferd mit mäßiger Bewegung braucht normalerweise wesentlich weniger Kraftfutter als ein Sportpferd im intensiven Training. Eine Überfütterung mit Getreide oder pelletiertem Futter kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, wobei insbesondere Stoffwechselerkrankungen wie das Equine Metabolische Syndrom oder die schmerzhafte Hufrehe zu den häufigsten und gefährlichsten Komplikationen zählen. Bei der Rationszusammenstellung sind mehrere Aspekte wichtig.

1. Den Energiebedarf nach Rasse, Alter, Gewicht und Arbeitsleistung ermitteln

2. Kraftfutter in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilen

3. Mineralfutter basierend auf Heuanalyse auswählen, nicht pauschal dosieren

4. Salzlecksteine oder loses Salz zur freien Aufnahme anbieten

5. Zustand des Pferdes regelmäßig prüfen und Fütterung entsprechend anpassen

Eine Heuanalyse kann wertvolle Aufschlüsse darüber geben, welche Mineralstoffe und Spurenelemente bereits ausreichend vorhanden sind und wo Defizite bestehen. Diese Investition lohnt sich besonders für Pferdehalter, die ihre Tiere optimal versorgen möchten. Aspekte der Pferdegesundheit und Vorsorge stehen dabei in direktem Zusammenhang mit einer durchdachten Fütterungsstrategie.

Saisonale Anpassungen und besondere Herausforderungen

Fütterungsmanagement in der kalten Jahreszeit

Die Wintermonate stellen besondere Anforderungen an die Pferdeernährung. Während der Vegetationsperiode können Pferde auf der Weide einen Großteil ihres Nährstoffbedarfs decken, fällt diese Möglichkeit im Winter weg. Der Energiebedarf steigt bei niedrigen Temperaturen an, da der Körper zusätzliche Energie zur Thermoregulation benötigt. Gleichzeitig verringert sich oft die Bewegungsmöglichkeit, was zu einem Ungleichgewicht führen kann. Eine durchdachte Strategie für die Fütterung während der kalten Monate berücksichtigt diese veränderten Bedingungen und passt die Rationen entsprechend an. Besonders wichtig ist in dieser Zeit die ausreichende Wasseraufnahme – kaltes Wasser wird von manchen Pferden nur ungern getrunken, weshalb lauwarmes Wasser die Aufnahme fördern kann.

Umgang mit empfindlichen Pferden und Stoffwechselerkrankungen

Immer mehr Pferde leiden unter Unverträglichkeiten, Allergien oder chronischen Erkrankungen, die eine angepasste Fütterung erfordern. Pferde mit Neigung zu Hufrehe müssen streng zuckerarm ernährt werden, was den Verzicht auf bestimmte Gräser und Kraftfutterarten bedeutet. Ältere Pferde benötigen häufig leichter verdauliches Futter und eine höhere Proteinzufuhr, um den altersbedingten Muskelabbau zu verlangsamen. Auch Pferde mit Zahnproblemen brauchen speziell aufbereitetes Futter, etwa eingeweichte Heucobs als Raufutterersatz. Bei der Recherche nach umfassenden Ratschlägen zur artgerechten Pferdepflege lassen sich weitere hilfreiche Informationen finden, die den Einstieg in eine bedarfsgerechte Haltung erleichtern.

Die Beobachtung des eigenen Pferdes bleibt das wichtigste Werkzeug. Veränderungen bei Fell, Kot, Energie oder Verhalten können früh auf Fütterungsprobleme hinweisen. Ein stumpfes Fell etwa deutet oft auf Nährstoffmängel hin, die durch eine unausgewogene Ration entstehen können, während übermäßige Nervosität oder Unruhe häufig darauf hinweisen kann, dass die Fütterung zu energiereich gestaltet ist. Regelmäßige Gewichtskontrollen mit Maßband oder Waage ermöglichen es, schleichende Veränderungen beim Pferd frühzeitig zu erkennen.

Der Weg zur optimalen Versorgung des vierbeinigen Partners

Eine artgerechte Pferdeernährung, die den natürlichen Bedürfnissen des Tieres in vollem Umfang entspricht, erfordert nicht nur fundiertes Wissen über physiologische Zusammenhänge und kontinuierliche Aufmerksamkeit gegenüber dem individuellen Zustand des Pferdes, sondern auch die grundlegende Bereitschaft, etablierte Routinen und gewohnte Fütterungspraktiken regelmäßig kritisch zu hinterfragen. Jedes Pferd braucht eine individuelle Fütterung, pauschale Empfehlungen dienen nur zur Orientierung. Die Investition in qualitativ hochwertiges Grundfutter zahlt sich langfristig durch geringere Tierarztkosten und ein zufriedeneres Pferd aus. Wer bereit ist, sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Ernährung und Pferdegesundheit auseinanderzusetzen, legt den Grundstein für viele gemeinsame Jahre mit einem vitalen und leistungsbereiten Partner. Regelmäßige Weiterbildung und der Austausch mit erfahrenen Pferdehaltern helfen dabei, die eigene Fütterungspraxis kontinuierlich zu optimieren.

Herbstserie Teil 12: Sicher durch den Herbst – Beleuchtung, Rutschgefahr & Frostschutz

Der Herbst bringt kurze Tage, Regen und Frost. Offenstallhaltung bedeutet Freiheit für die Pferde, aber Sicherheit darf nicht vernachlässigt werden. Stürze, Verletzungen oder vereiste Wasserstellen können schnell zu ernsten Problemen führen.

Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Gefahren minimieren, Unterstände winterfest gestalten und Bewegungsabläufe für Pferde sicher machen. Vorsorge schützt Tiere, spart Tierarztkosten und reduziert Stress im Stall.

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Herbstserie Teil 11: Neue Pferde im Herbst eingliedern – Stressfreie Herdenintegration

Der Herbst ist oft die Zeit für Veränderungen im Offenstall: Neue Pferde werden aufgenommen, Weiden wechseln die Nutzung oder Stallgruppen werden angepasst. Gerade in Offenställen ist Herdenharmonie entscheidend, denn soziale Spannungen führen zu Stress, Verletzungen und gesundheitlichen Problemen.

Eine gelungene Eingliederung erfordert Planung, Geduld und Beobachtung. Ein schrittweises Vorgehen minimiert Aggressionen und sorgt dafür, dass neue Pferde sicher in die Herde integriert werden und die Rangordnung stabil bleibt.

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Herbstserie Teil 10: Wohlbefinden, Bewegung & Sicherheit

Im Herbst verkürzen sich die Tage, das Wetter wird unbeständiger, und viele Pferde neigen dazu, sich weniger zu bewegen. Dabei ist gerade jetzt regelmäßige Bewegung entscheidend: Sie stärkt Kreislauf, Muskulatur und Stoffwechsel, fördert die Verdauung und unterstützt den Fellwechsel.

Offenstallhaltung bietet den Vorteil von ständiger Bewegungsmöglichkeit, aber viele Pferde nutzen diese nicht ausreichend. Deshalb ist es Aufgabe der Halter:innen, Anreize zu schaffen und Bewegungsfreude zu fördern. Durch abwechslungsreiche Wege, Beschäftigungsspiele und Futteranreize können Pferde auch bei Regen, Matsch oder kühleren Temperaturen aktiv bleiben.

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Herbstserie Teil 9: Gesund durch den Herbst – Tierarzt-Check, Impfungen & Vorsorge

Der Herbst ist die perfekte Zeit für präventive Gesundheitsmaßnahmen. Impfungen, Zahnkontrolle, Hufpflege und ein allgemeiner Gesundheitscheck schützen die Pferde, unterstützen den Fellwechsel und bereiten sie optimal auf Winter und kaltes Wetter vor.

Vorausschauende Maßnahmen sparen später Arbeit, Stress und Tierarztkosten. Wer jetzt aktiv wird, sorgt dafür, dass Pferde fit, leistungsfähig und gesund bleiben.

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Herbstserie Teil 8: Parasiten & Mauke – Herbstpflege für gesunde Hufe und Haut

Matsch, Regen und feuchte Böden im Herbst erhöhen das Risiko für Haut- und Hufprobleme wie Mauke, Strahlfäule oder Pilzbefall. Gleichzeitig ist der Herbst eine gute Gelegenheit für strategische Entwurmung, um das Immunsystem zu schonen.

Viele Pferdehalter unterschätzen diese Risiken. Mit gezielten Maßnahmen lassen sich Probleme vorbeugen, bevor sie ernsthafte Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden haben.

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Herbstserie Teil 7: Fellwechsel bei Offenstallpferden – Pflege, Fütterung & Wohlbefinden

Der Herbst ist die Zeit des Fellwechsels. Pferde entwickeln ein dichtes Winterfell, das sie vor Kälte und Nässe schützt. Gleichzeitig steigt der Energie- und Nährstoffbedarf, da der Organismus viel Leistung für Haarwachstum und Thermoregulation erbringt. Offenstallpferde haben den Vorteil von Bewegung und frischer Luft, benötigen aber dennoch gezielte Unterstützung bei Pflege, Fütterung und Gesundheitskontrolle.

Wer den Fellwechsel bewusst begleitet, reduziert Stress, fördert Gesundheit und sorgt für ein glänzendes Winterfell. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine Pferde optimal durch diese Phase bringst – von der richtigen Bürstenroutine über die Fütterung bis zur Bewegung.

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Herbstserie Teil 6: Mineralien im Herbst – Fellwechsel und Immunsystem stärken

Der Herbst bringt den Fellwechsel und steigert den Energiebedarf von Pferden. Viele Pferde wirken jetzt müde, verlieren Glanz oder haben stumpfes Fell. Die Ursache liegt oft im Mineralienhaushalt. Mit gezielter Unterstützung durch Mineralstoffe, Vitamine und natürliche Ergänzungen können Pferde gesund durch Herbst und Winter kommen.

Wichtige Mineralstoffe

  • Zink: Für Fell, Haut und starkes Immunsystem
  • Kupfer & Selen: Unterstützung für Haarpigmentierung und Zellschutz
  • Omega-3-Fettsäuren (Leinsamen, Fischöl): Entzündungshemmend, gut für Haut & Fell

Natürliche Mineralienquellen

Neben klassischen Mineralfuttern können natürliche Ergänzungen helfen:

  • Bierhefe: unterstützt Verdauung und Fellwechsel
  • Kräutermischungen: Brennnessel, Löwenzahn, Mariendistel
  • Leinsamen: Omega-3, fördert Hautgesundheit

Wann Mineralcheck sinnvoll ist

  • Stumpfes Fell trotz guter Fütterung
  • Fellwechsel verzögert oder unregelmäßig
  • Blut- oder Futteranalyse geben Aufschluss

Herbstserie Teil 5: Wie viel Heu braucht dein Pferd wirklich?

Im Herbst, wenn Weideflächen knapp werden, rückt die Heufütterung in den Mittelpunkt. Viele Pferdehalter schätzen den Bedarf falsch ein: Zu wenig Heu führt zu Stress, Rangkämpfen oder Verdauungsproblemen; zu viel kann Übergewicht und Stoffwechselprobleme verursachen.

Die richtige Menge hängt von Gewicht, Rasse, Aktivitätsniveau und Stoffwechsel ab. In diesem Beitrag erfährst du, wie du den individuellen Heubedarf deines Pferdes genau bestimmst und welche Faktoren du bei der Fütterung berücksichtigen solltest.

Faustregel und individuelle Anpassung

Ein Richtwert: 1,5–2 % des Körpergewichts pro Tag.

  • Beispiel: Ein 600-kg-Pferd benötigt 9–12 kg Heu täglich
  • Schwerfuttrige oder sportlich aktive Pferde: eher 2 %
  • Leichtfuttrige Rassen wie Islandpferde: 1,5 % ausreichend
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Herbstserie Teil 4: Von der Weide ins Heu – Sanfte Futterumstellung für Offenstallpferde

Wenn der Herbst Einzug hält, verändert sich die Nährstoffzusammensetzung auf den Weiden drastisch. Das saftige Sommergras wird spärlicher und enthält weniger Zucker, Proteine und Energie. Viele Pferdehalter stehen nun vor der Herausforderung, ihre Tiere von frischem Weidegras auf Heu umzustellen.

Ein plötzlicher Futterwechsel kann jedoch Verdauungsprobleme, Koliken oder Durchfall verursachen. Pferde reagieren empfindlich, weil sich ihre Darmflora erst auf das neue Futter einstellen muss. Mit einem durchdachten Plan und etwas Geduld gelingt die Umstellung stressfrei, sodass die Pferde gesund, aktiv und zufrieden bleiben.

Schrittweise Umstellung

Die Umstellung sollte mindestens zwei Wochen vor dem endgültigen Weideende beginnen. Täglich wird ein kleiner Teil Heu zugefüttert, während der Weidegang reduziert wird. So hat das Verdauungssystem Zeit, sich an das strukturreichere, aber energieärmere Heu zu gewöhnen.

Eine gute Methode:

  • Heuportionen zunächst morgens und abends füttern
  • Beobachten, wie Pferde das Heu aufnehmen und ob der Kot fest bleibt
  • Anpassungen langsam durchführen, keine plötzlichen Sprünge in der Menge

Qualität des Heus

Die Qualität des Heus ist entscheidend für eine gesunde Futterumstellung. Achte auf:

  • Farbe und Geruch: Grünlich-gelb, frisch, aromatisch
  • Faserstruktur: Langfaserig, nicht bröselig oder grob
  • Schimmel und Staub: strikt vermeiden

Optional: Eine Heuanalyse gibt Aufschluss über Nährstoffgehalt, Zuckeranteil und Proteingehalt, besonders wichtig für zuckerempfindliche Pferde.

Bewegung, Wasser & Ruhe

Neben der Futterumstellung spielen Bewegung und Flüssigkeit eine zentrale Rolle. Bewegung regt die Darmtätigkeit an, reduziert Stress und fördert die Verdauung.

  • Frisches Wasser immer verfügbar
  • Regelmäßiger Auslauf oder kurze Trainingseinheiten
  • Stressfreie Gruppenfütterung, damit kein Pferd hungert oder gedrängt wird

Mineralstoffe & Verdauungsunterstützung

Die Umstellung auf Heu kann den Bedarf an Mineralstoffen erhöhen. Besonders wichtig sind:

  • Zink, Kupfer, Biotin für Haut, Fell und Immunsystem
  • Kräuter wie Fenchel, Anis oder Kümmel zur Unterstützung der Verdauung
  • Leinsamen oder Flohsamenschalen als sanfte Magenpflege

Herbstserien Teil 3: Winddicht, aber nicht stickig – Der perfekte Unterstand

So gestaltest du einen sicheren, gesunden Rückzugsort für deine Pferde im Herbst

Der Unterstand ist das Herzstück jedes Offenstalls – der Ort, an dem Pferde Schutz suchen, ruhen und soziale Nähe erleben. Gerade im Herbst, wenn Wind, Regen und Temperaturschwankungen zunehmen, wird er zur zentralen Komponente des Wohlbefindens.

Doch viele Offenstall-Unterstände sind entweder zu offen (keinen echten Schutz bietend) oder zu geschlossen (mit Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen). Die Herausforderung liegt darin, einen guten Mittelweg zu finden: Schutz vor Wind und Wetter – aber gleichzeitig ein gesundes Stallklima mit ausreichend Luftzirkulation.

Ein durchdacht gebauter Unterstand ist nicht nur wichtig für die Pferdegesundheit, sondern erleichtert auch die tägliche Pflege, verhindert Stress in der Herde und verlängert die Lebensdauer der gesamten Anlage.

Warum der richtige Unterstand im Herbst so wichtig ist

Im Offenstall sind Pferde rund um die Uhr den Witterungsbedingungen ausgesetzt. Sie sind zwar robust, aber Dauerfeuchtigkeit, Wind und Zugluft können schnell zu Problemen führen: verspannte Muskulatur, Atemwegsreizungen oder Hautkrankheiten wie Mauke oder Pilzbefall.

Ein funktionaler Unterstand:

  • schützt vor Wind, Regen und Schneefall,
  • bietet trockene, trittsichere Liegeflächen,
  • sorgt für gutes Stallklima und Belüftung,
  • erlaubt rangniedrigeren Tieren Rückzugsmöglichkeiten.

Merke: Pferde brauchen keinen „Wohnzimmerkomfort“, aber sie brauchen Wetter- und Sozialschutz, um sich wohlzufühlen.

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Herbstserie Teil 2: Matsch adé! 5 Strategien gegen nasse Paddocks

Im Herbst regnet es häufig, und der Offenstall verwandelt sich schnell in eine Schlammzone. Matsch kann die Hufe angreifen, das Fell verschmutzen und das Risiko von Infektionen erhöhen. Wer jetzt gezielt handelt, sorgt für trockene Böden, gesunde Hufe und zufriedene Pferde.

In diesem Beitrag lernst du praktische Strategien, wie du Matsch im Offenstall effektiv reduzierst, ohne große Umbauten vorzunehmen.

Strategien

  • Drainage prüfen und reinigen
  • Paddockplatten oder Gitter verlegen
  • Wege mit Sand oder Hackschnitzeln befestigen
  • Matschbereiche abgrenzen
  • Regelmäßige Kontrolle nach Regen

Herbstserie Teil 1: Herbststart & Stallcheck

Der Herbst ist da – kühlere Temperaturen, Regen, Wind und kürzere Tage machen auch vor Offenstallpferden nicht Halt. Für viele Pferdehalter bedeutet das: jetzt handeln, bevor Probleme entstehen. Ein systematischer Herbstcheck sorgt dafür, dass Unterstand, Paddock, Wasserstellen und Futterplätze optimal vorbereitet sind und die Pferde gesund durch die Übergangszeit kommen.

Wer den Stall frühzeitig auf Herbst und Winter vorbereitet, spart Stress, Arbeit und beugt Erkrankungen vor. Dieser Beitrag gibt dir eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du deinen Offenstall herbstfit machst.

Unterstand & Windschutz

Der Unterstand ist der zentrale Rückzugsort für Offenstallpferde. Gerade im Herbst, wenn Regen und Wind häufiger auftreten, ist ein stabiler und gut belüfteter Unterstand entscheidend. Pferde benötigen Schutz, aber auch frische Luft, damit sich keine Feuchtigkeit staut und Schimmel entsteht.

  • Idealer Aufbau: 3 Seiten geschlossen, 1 Seite offen
  • Ausrichtung: gegen die Hauptwindrichtung
  • Platzbedarf: ca. 3–4 m² pro Pferd
  • Materialien: Holz, Planen oder stabile Bleche
  • Prüfe Stabilität, Dach und Befestigungen regelmäßig

So stellst du sicher, dass Pferde auch bei schlechtem Wetter trocken und geschützt stehen können.

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